Die Flüchtlinge

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In Overath leben mit Stand September 2015 über 240 Flüchtlinge – plus die Flüchtlinge, die für die Erstaufnahme gekommen sind. Sie kommen aus rund 30 verschiedenen Ländern, und sie kamen, weil ihr Zuhause nur noch aus Trümmern bestand, weil sie verfolgt, bedroht, gefoltert oder vertrieben wurden oder in einer Gesellschaft lebten, die ihnen keinerlei Spielraum für eine persönliche Lebensgestaltung ließ. Andere wiederum kamen, weil sie in Ländern lebten, deren Geschicke von Korruption gelenkt werden und/oder in denen es keine Arbeit, keine Chancen, kein Holz zum Heizen oder kein Brot zum essen gab.

Wer von ihnen bleiben darf und wer nicht, darüber bestimmt niemand in der Stadt Overath. Das tun die Entscheider des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge nach persönlicher Anhörung, geltendem Recht und individuellem Fall. Wer aber in Overath – egal aus welchem Grund – strandet, soll in unserer Stadt mit einer Willkommens-Kultur empfangen und behandelt werden, die sich auf Menschenwürde und Hilfsbereitschaft gründet.

Die Flüchtlinge wohnen zunächst in Gemeinschaftsunterkünften der Stadt Overath. Die Zimmer dort sind meist klein. Betten, ein Schrank, ein kleiner Tisch, Gemeinschaftsbad und -küche. Inzwischen lebt jeder Fünfte aber bereits in einer Privatwohnung. Unter ihnen sind Einzelpersonen, Paare und viele Familien mit Kindern.

Ihre Tage verbringen sie so unterschiedlich wie ihre Motive zur Flucht waren. Manche stürzen sich in ihr neues Leben, die neue Sprache, die neue Umgebung. Andere brauchen Zeit – um sich zu orientieren, um sich zurechtzufinden, um zu vergessen. Die Flüchtlinge haben Kontakt untereinander, finden vor allem schnell diejenigen, die ihre Sprache verstehen. Das ist wichtig, denn nur sie untereinander wissen, wie es in der Heimat aussieht, und nur sie können häufig nachvollziehen und verstehen, welche Emotionen, Probleme und Hoffnungen das Leben im Asyl bedeuten. In einer noch fremden Sprache ist häufig schon ein „Wie geht’s?“ nicht einfach zu beantworten.

Viele der Flüchtlinge besuchen auch Freunde oder Verwandte, die nicht in Overath leben. Sie schließen sich Gruppen an, helfen sich gegenseitig. Bis man Fuß fasst in einer neuen Heimat, braucht es Zeit und braucht es Vertrauen. Je besser die Willkommenskultur, je besser die Intergrationsmöglichkeiten, desto schneller und einfacher wird es ihnen gelingen.